„Fühlen statt Führen“

Step I: Ein typisches Kennenlernen auf einer Veranstaltung bzw. BusinessParty…

>>Ins Gespräch kamen wir über die verschiedenen Ansichten zum Leben, Gesellschaft und dann auch über den Sinn des Handelns und die Antriebsmotivation im Leben. Das Beeindruckenste für mich passierte, als Du mich aufforderste, zwei Schritte nach hinten zu gehen und mich entspannt an den Mast zu lehnen – und mir meine Situation von da aus bildhaft anzuschauen. Du hast mir erzählt, was meine wirklichen Antriebsmotivatoren und mein Ängste sind… und damit einmal mehr be-wiese-n (wortspiel :O), dass es mehr gibt als all das, was ich erklären kann.

Du hast mir meine wahren träume vor augen gehalten. Daraufhin habe ich meine kurz und mittelfristige strategie angepasst, um das langfristige Ziel zu erreichen Ich habe aufgehört, etwas hinterherzulaufen, was ich gar nicht haben wollte, es war einfach eine Ersatzbefriedigung.

(Klingt vielleicht etwas overdone für eine Party und gefühlte 5 Minuten – Gespräche in Echtzeit ca 4 Stunden – aber das war so.)

Ich war damals an einem Punkt, an dem es ganz ok war, ich war aber nicht glücklich mit dem Fortschritt. Ich hatte vergessen auf mein Gefühl zu hören, genau das hatte mich in der Vergangenheit unbewusst weiter gebracht. Doch als „one man show“ im Druck der Verantwortung für Familie und mit den Kosten im Nacken, habe ich versucht durch Ratio die Kontrolle zu behalten. Und sie genau dadurch verloren.<<

Knapp zwei Monate später fragte mich Claudio nach einer Arbeitssession. Und so folgte

Step II: Unsere Session

>>Wir haben die Themen und meinen Status aufgegriffen, um uns mit der Zukunft zu beschäftigen. In vielen Punkten habe ich auch über mein Privatleben erzählt, da es ja unweigerlich auch ein Teil davon ist, was ich tagsüber denke und fühle, und wie ich dadurch bin und auftrete. Wir haben meine Ziele, die ich in mir ganz heiß fühle und die ich leben will, gesprochen. In einer Art und Weise hast du Dich hin und wieder bei mir eingeklingt, um zu sehen, was denn los ist. Ich habe das nicht gespürt, aber durch Deine Rückmeldungen gehe ich einfach davon aus. Für mich war die Sitzung sehr wichtig, um weitere

Entscheidungen in voller Freiheit und Leichtigkeit zu treffen und anstehende Gespräche von innen heraus zu führen. Ich hatte in der Zeit nach unserem Gespräch auch noch einige kleine Rückschläge, aber ich bin mit der Programmireung auf Fühlen und Glauben und dem Loslassen, um zu bekommen, immer wieder stark geworden.

Du hast mir Deine Sichtweise der zukünftigen Welt des Business erklärt und mich darin bestätigt, daß es eine Wende gibt. Die Wende heißt: Fühlen statt Führen. Das meine ich im Sinne der Unternehmensstrukturen und Entscheidungen. Du hast mich darin bestärkt, noch mehr meine innere Stimme zum einen zu hören und zum anderen, sie auch mit meinen Gefühlen zu leiten und ihr den Raum zu geben, den sie benötigt, um mir bei zu stehen. (Ach ja, wir hatten es vom ich und dem ÜberIch und den 2 Hälften, und diese bewusst oder unbewusst in Einheit zur Entfaltung bringen!)

(Komisch, das klingt alles so religiös, wobei ich das auf keinen Fall sein will. Vielleicht haben die in den Kirchen einen guten Ansatz gehabt, und sind aber etwas vom kurs abgekommen!)

Ich habe mich auf meine Stärke besinnen können, die in den Unternehmen oft wegtrainiert wird: Das Fühlen. In diesem Zusammenhang habe ich auch andere Beiträge gehört oder gesehen, in denen von einer Art „Gehirn im Bauch“ gesprochen wird. Damit ist eine unbewusste Intelligenz gemeint, die wir ohne aktives Denken einsetzen. Das Bauchgefühl. Wo das Ding sitzt ist doch latte. Wir haben es in uns und ich versuche, es so oft wie möglich machen zu lassen.

Was mich überrascht hat, ist, dass du gesagt hast, daß du noch keinen kennst, der dieses Fühlen versteht und auch in der klassischen Wirtschaftwelt einsetzen will. Für mich stellt sich da keine Frage. Ich liebe meine Arbeit und meinen Beruf und ich habe auf meine Weise Erfolg. Ich ertappe mich sehr oft, dass ich bei vielen Entscheidungen, die ich treffe, meine Gefühl auch nenne, um zu sagen, wie ich da hin gekommen bin. Vor allem auch bei der Zusammenarbeit mit den Kollegen, ich frage sie immer, wie sie sich denn fühlen und was ihre innere Stimme sagt. Das überrascht viele, aber es kommt immer was tolles raus.<<

Claudio Castellani war zum Zeitpunkt der beschriebenen Zusammenarbeit Interimsmanager und arbeitet derzeit als Marketings- und Vertriebsleiter.

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~ von Miriam am 16 August 2008.

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